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Dienstag, 23. Februar 2016

Hefeklöße {aus Omas Küche}

Heute möchte ich eine neue Kategorie auf meinem Blog einführen und ich hoffe, dass noch viele weitere Rezepte dazu kommen. Ich habe mir nämlich vorgenommen endlich ein paar Familienrezepte auszuprobieren und auf dem Blog zu verewigen. Aber das ist gar nicht so einfach, denn in meiner Familie gibt es natürlich keine Rezepte. Sowohl Oma als auch Mama kochen einfach nach Gefühl und jedesmal wenn ich gefragt habe, wieviel ich denn von den jeweiligen Zutaten nehmen muss, bekam ich keine ausreichende Antwort und wurde abgefertigt mit: ein bisschen davon, ja so dass es passt, das merkst du dann schon und und und. Nein mit solchen Mengenangaben kann ich nichts anfangen. Leider habe ich nicht das Talent von Oma oder Mama geerbt nach Gefühl zu kochen. Ich brauche Rezepte und einen Fahrplan, an den ich mich halten kann. Klar kann ich dann immer noch nach Gefühl verfeinern und Zutaten ersetzen, aber ich brauche dennoch eine grobe Richtung, an der ich mich orientieren kann. Also habe ich mir am Wochenende meine Oma geschnappt und mit ihr gemeinsam Hefeklöße gemacht.

Experimente aus meiner Küche: Hefeklöße {aus Omas Küche}


Naja gemeinsam bedeutet, Oma hat gemacht und ich habe alles abgewogen, aufgeschrieben, zugeguckt und natürlich fotografiert ;)

Experimente aus meiner Küche: Hefeklöße {aus Omas Küche}

Dabei heraus gekommen ist dieses Rezept, mit dem ihr locker 6 Personen satt bekommt. Solltet ihr keine Großfamilie haben, dann halbiert das Rezept (nehmt aber trotzdem 2 kleine Eier) oder ihr mischt unter den restlichen Teig ein paar Rosinen oder Schokolade und backt daraus (im Backofen) einfach süße Brötchen ;) Ich werde den Teig beim nächsten Mal mit dem Cook Processor ausprobieren, Oma hat natürlich ganz klassisch per Hand geknetet.

Zutaten (für 30 Stück )

Vorteig:
700ml Milch
3 EL Zucker
1,5 Pck. frische Hefe
400g Mehl

Teig:
70g Butter
650g Mehl
6 - 8 EL Zucker
1 Prise Zucker
3 Eier

Außerdem:
1 Glas Heidelbeeren
1 EL Speisestärke
evtl. 50g Butter

Zubereitung

Zuerst Milch und Zucker in einem Topf oder in der Mikrowelle lauwarm erhitzen. Die Hefe darin auflösen und 400g Mehl dazugeben. Mit einem Schneebesen oder einem Holzquirl* glatt rühren und 10 Minuten zur Seite stellen. In der Zwischenzeit die Butter (im Topf oder in der Mikrowelle) zerlassen. Mehl, Zucker, Salz, Eier und die Butter in eine große Schüssel geben. Vorteig (dieser sollte inzwischen ordentlich aufgegangen sein) ebenfalls dazugeben und mit den Händen (oder der Küchenmaschine) zu einem Teig kneten. Sollte der Teig noch kleben, einfach etwas Mehl unterarbeiten. Abgedeckt an einem warmen Ort etwa 30 - 45 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte sich verdoppelt haben. Nun einen großen Topf bis zur Hälfte mit Wasser füllen und aufkochen. Heidelbeeren mit dem Saft und (wer es süßer mag) einem Esslöffel Zucker ebenfalls in einem Topf aufkochen. Speisestärke mit etwas Wasser glattrühren und zu den Heidelbeeren geben. Kurz aufkochen lassen und beiseite stellen. Für die Hefeklöße immer etwas Teig abstechen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche platt drücken (etwa 2cm) und mit einem Glas (etwa 8cm Durchmesser) Kreise ausstechen. Sobald das Wasser kocht, ein Leinentuch mit einem Gummi befestigen, 4 - 5 Teiglinge darauf legen und mit einer Schüssel abdecken. Nach 10 Minuten sind die Hefeklöße fertig.

Ihr könnt die Hefeklöße auch im Cook Processor** dämpfen. Hier habe ich zwei Varianten ausprobiert. Einmal habe ich den Teig direkt in den Korb gegeben und beim zweiten Mal habe ich ein Tuch ausgelegt, was zu einem besseren Ergebnis geführt hat.

Experimente aus meiner Küche: Hefeklöße {aus Omas Küche}

Dafür einfach den Topf zur Hälfte mit Wasser füllen und den großen Garkorb aufsetzen. Ein Tuch hineinlegen, die Hefeklöße darauf setzen und mit dem Garkorbdeckel abdecken. Die Temperatur auf 120°C und die Zeit auf 10 Minuten einstellen. Da der Cook Processor noch einen kleinen Garaufsatz hat, könntet ihr gleichzeitig auch noch ein paar kleine Hefeklöße dämpfen.

Experimente aus meiner Küche: Hefeklöße {aus Omas Küche}

Wir haben unsere Hefeklöße gleichzeitig im Topf und im Cook Processor zubereitet und konnten keinen Unterschied feststellen. Beide Methoden haben das gleiche Ergebnis geliefert. Leckere und richtig schön fluffige Hefeklöße, die mit etwas brauner Butter übergossen und mit Heidelbeeren serviert werden.

Experimente aus meiner Küche: Hefeklöße {aus Omas Küche}

Je nachdem, wieviele Hefeklöße ihr esst, dauert die Zubereitung natürlich etwas länger, da man auch in einem großen Topf maximal 5 - 6 Hefeklöße auf einmal dämpfen kann. Aber an einem verregneten Samstag kann man sich auch ruhig mal etwas länger Zeit nehmen, um gemeinsam mit der Familie zu kochen. Mit hat es viel Spaß gemacht, gemeinsam mit meiner Oma und meiner Tochter in der Küche zu stehen und ein Rezept meiner Kindheit nachzumachen. Ich freue mich umso mehr, dass ich es jetzt endlich aufschreiben konnte, um es jederzeit selber zu machen.

Es stehen noch viele weitere Gerichte auf dem Plan, die ich unbedingt von Oma oder Mama lernen und veröffentlichen möchte. Ich hoffe ihr habt Interesse an polnischer Küche mit Kohlrouladen, gefüllten Pfannkuchen, Pierogi, Zurek, Kartoffelsalat, Bigos, Mamas Rouladen und vielem mehr?

Bisher findet ihr schon ein paar schlesische Rezepte wie Schokoladenkuchen (Murzynek), Sauerkrautsalat (Surówka) und Kohlrabisuppe (Oberriebasuppe) auf dem Blog.

Ich hoffe meine neue Kategorie gefällt euch? Kennt ihr polnische/schlesische Gerichte, für die ihr gerne ein Rezept hättet? Vielleicht kennt es meine Oma und verrät es mir ;)

Eure Yvonne

*Amazon-Affiliate-Link
**Der Cook Processor wurde mir zu Testzwecken und zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Kommentare:

  1. Ich koch auch immer nach Gefühl, werde deshalb wohl niemals Foodblogger werden können weil es jedes Mal variiert. Ich finde deine Idee mit den Familiengerichten übrigens sehr schön und mein Mann freut sich bestimmt über ein paar Rezepte aus der Heimat und ich kann ein bisschen Eindruck bei der Schwiegermutter machen.

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  2. Ich finde die Idee mit der Kategorie toll und freue mich sehr auf die schlesischen Rezepte, die da kommen werden. :)

    Ich kriege nämlich leider von meinen Omas auch eher mangelhafte Antworten zum Thema "wie viel wovon".^^ Vorallem bei der von mir heißgeliebten süßsauren Soße zu Klopsen...no way. XD

    Lg Anna

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  3. Ja bitte ein Rezept zu Pierogi! Ich liebe die polnische Küche! Nur leider habe ich keinen Kontakt mehr zu den ehemaligen Bekannten, die mir das Rezept hätten geben können. Zu schade!
    Ich würde mich sehr freuen bald auf deinem Blog ein Pierogi (gern mit Versuchiedenen Füllungen, Kartoffeln und Käse oder kraut und Pilze) zu finden!
    Ich weiß noch von früher wie aufwendig die waren, aber am Ende hatte man Unmengen da und der Aufwand lohnte sich immer :) <3

    Lg Hanna (aus polnisch/schlesicher Ecke ;))

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